Sicherung der Ruherechte für die Gräber NS-verfolgter Sinti und Roma beschlossen

Bund-Länder-Vereinbarung schafft langfristige Grundlage zum Erhalt der Grabstätten

Nach langjährigen Gesprächen und Beratungen ist die Entscheidung über die Sicherung der Grabstätten von Sinti und Roma, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden, gefallen. Mit der Bund-Länder-Vereinbarung zur Sicherung der Gräber NS-verfolgter Sinti und Roma wird gewährleistet, dass diese wichtigen Orte der Erinnerung dauerhaft erhalten bleiben.

Ein zentraler Punkt der Vereinbarung betrifft Grabstätten, in denen sowohl NS-verfolgte Personen als auch nicht verfolgte Angehörige bestattet sind und keine grabnutzungsberechtigte Person mehr vorhanden ist, die für den Anteil der nicht verfolgten Personen aufkommen kann. In diesen Fällen werden die gesamten Grabnutzungsgebühren übernommen, sodass die Ruhestätten weiterhin bestehen bleiben können.

Darüber hinaus wurde beschlossen, Friedhofsträgern, die entsprechende Gebühren bereits übernommen oder gestundet haben, die entstandenen Ausfälle rückwirkend ab dem 12. Oktober 2012 – dem Tag der Bundesratsentschließung – zu erstatten.

Auch für Grabstätten, die nicht mehr durch Angehörige gepflegt werden können, wurde eine Regelung vorgesehen. Die Unterstützung für die Pflege soll sich dabei an der bestehenden Pauschale nach dem Gräbergesetz orientieren.

Die Einigung zwischen Bund und Ländern stellt einen wichtigen Schritt für die Bewahrung der Erinnerungskultur dar. Die Gräber der verfolgten Sinti und Roma sind nicht nur persönliche Ruhestätten, sondern auch historische Zeugnisse der NS-Verbrechen und Orte des Gedenkens an die Opfer.

Mit der Umsetzung der Vereinbarung wird eine dauerhafte Grundlage geschaffen, um die Grabstätten zu schützen, die Erinnerung an die Verfolgten wachzuhalten und Verantwortung für die Geschichte zu übernehmen.

Erinnerung bewahren. Würde schützen. Verantwortung übernehmen.

Formulare zum Download

Erste zentrale Gedenkveranstaltung von Sinti United zum Deutzer Messelager – Erinnerung an die Opfer der NS-Verfolgung

Das Netzwerk Sinti United Hat eine zentrale Veranstaltung organisiert, um den Opfern des Deutzer Messelagers während der NS-Zeit zu gedenken. Dies ist das erste Mal, Dass eine solche Veranstaltung stattfindet. Das Ziel ist es, die Erinnerung an die Opfer zu bewahren und die Öffentlichkeit über die Verbrechen des Nationalsozialismus aufzuklären.

Kölns Bürgermeister Dr. Ralph Elster betonte bei der Gedenkveranstaltung, dass die Erinnerung an das dunkelste Kapitel unserer deutschen Geschichte unerlässlich für unser heutiges friedliches Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft sei. Er bedankte sich bei allen Anwesenden für ihre Teilnahme. Auch der Landtagsabgeordnete Jochen Ott, der Antiziganismusbeauftragte Dr. Mehmet Daimagüler, der Bezirksbürgermeister Andreas Hupke und der Leiter des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, Dr. Henning Borggräfe, hielten bewegende Reden. Ein besonderer Gast war der Zeitzeuge Christian Pfeil aus Trier, der seine Erfahrungen und Erlebnisse während der NS-Zeit mit den Zuhörern teilte. 21.05.2023

Treffen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Antiziganismusbeauftragten Dr. Mehmet Daimagüler

Sinti Allianz Deutschland und Bundesvereinigung der Sinti und Roma schließen Bündnis für einen gemeinsamen Staatsvertrag

Gemeinsames Engagement für demokratische Teilhabe und Repräsentation der Minderheit

Berlin, 12. Juli 2023 – Vertreterinnen und Vertreter der Sinti Allianz Deutschland e. V. und der Bundesvereinigung der Sinti und Roma e. V. trafen sich im Europäischen Haus in Berlin zu einem gemeinsamen Austausch über die Zukunft der politischen Vertretung der deutschen Sinti und Roma.

Auf Einladung von Bundestagspräsidentin a. D. Prof. Dr. Rita Süssmuth und Prof. Gerd Weisskirchen, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages, kamen Vertreter verschiedener Bundesverbände zusammen, um über die Entwicklung eines Staatsvertrages mit der Bundesregierung zu beraten. Ziel war es, im Sinne von gegenseitigem Respekt, demokratischer Transparenz und Anerkennung der Vielfalt innerhalb der Minderheit ein gemeinsames und faires Bündnis zu entwickeln.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Idee eines nationalen Repräsentationsrates als demokratisch legitimiertes Gremium. Dieser soll die Interessen der deutschen Sinti und Roma auf Bundesebene vertreten und als Ansprechpartner für Politik und Behörden dienen.

An dem Treffen nahmen für die Sinti Allianz Deutschland e. V. die Vorstände Oskar Weiss und Peter Richter sowie für die Bundesvereinigung der Sinti und Roma e. V. die Vorstände Daniel Strauß und Kelly Madeleine Laubinger teil.

Als Ergebnis der gemeinsamen Gespräche unterzeichneten beide Verbände einen Kooperationsvertrag, um sich gemeinsam für die Verwirklichung eines Staatsvertrages und eine stärkere demokratische Beteiligung der Minderheit einzusetzen.

Die Beteiligten betonten, dass ein solcher Staatsvertrag nur durch Zusammenarbeit, Offenheit und gegenseitigen Respekt entstehen kann. Die Anerkennung unterschiedlicher Perspektiven innerhalb der Minderheit soll dabei Grundlage eines gemeinsamen demokratischen Weges sein.

Oskar Weiss, Vorstand der Sinti Allianz Deutschland e. V., erklärte:
„Wir möchten den Weg des Dialogs weitergehen und setzen auf Zusammenarbeit. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte, gesellschaftlicher Zusammenhalt und der Schutz von Minderheiten besonders wichtig sind, braucht es gemeinsame Anstrengungen für mehr Teilhabe und Repräsentation.“

Mit dem Bündnis setzen die Sinti Allianz Deutschland e. V. und die Bundesvereinigung der Sinti und Roma e. V. ein Zeichen für demokratische Mitwirkung, Gleichstellung und eine gemeinsame Zukunft der Minderheit in Deutschland.

Erinnern und Gedenken – 80 Jahre nach der Deportation der Sinti und Roma aus Gelsenkirchen

Gedenkveranstaltung auf dem Rosa-Böhmer-Platz

Gemeinsam mit der Sinti Allianz Deutschland NRW e. V. erinnert die Stadt Gelsenkirchen an die Deportation von Sinti und Roma aus Gelsenkirchen nach Auschwitz vor 80 Jahren. Mit der Gedenkveranstaltung wird den Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung gedacht und ihre Geschichte sichtbar gemacht.

Die Gedenkstunde findet statt am:

Samstag, 23. September 2023, um 11:00 Uhr
Rosa-Böhmer-Platz
(gegenüber dem Hans-Sachs-Haus)
Gelsenkirchen

Die Oberbürgermeisterin der Stadt Gelsenkirchen, Karin Welge, sowie der Landesvorsitzende NRW der Sinti Allianz Deutschland, Peter Richter, werden mit ihren Gedenkreden an die Opfer erinnern. Die Veranstaltung wird musikalisch durch das Danjetto Winterstein Quartett aus Düsseldorf begleitet.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, gemeinsam mit uns dieser Menschen zu gedenken und ein Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und gegen das Vergessen zu setzen. Gerne können Sie eine Rose mitbringen und diese an der Erinnerungsorte-Tafel für Rosa Böhmer und ihre Familie niederlegen.

Historischer Hintergrund

Am 10. März 1943 wurden die Bewohnerinnen und Bewohner des sogenannten „Zigeunerlagerplatzes“ an der Reginenstraße (heute Betriebshof der Bogestra an der Stadtgrenze zu Herne) sowie weitere Sinti und Roma aus Gelsenkirchen nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Grundlage dieser Deportation war der sogenannte „Auschwitz-Erlass“ von Heinrich Himmler vom 16. Dezember 1942, der die systematische Verschleppung von Sinti und Roma in Konzentrations- und Vernichtungslager anordnete.

Insgesamt wurden 61 Menschen aus Gelsenkirchen deportiert: darunter sieben Familien mit 40 Angehörigen vom Lagerplatz sowie drei weitere Familien aus dem Stadtgebiet mit 21 Angehörigen. Nur von drei der deportierten Menschen ist sicher bekannt, dass sie diese Verfolgung überlebten.

Zu den Opfern gehörte auch Rosa Böhmer, die am 22. September 1933 in Gelsenkirchen geboren wurde. Sie war noch keine zehn Jahre alt, als sie am 13. August 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Seit 2020 erinnert der Rosa-Böhmer-Platz in Gelsenkirchen an ihr Leben und das Schicksal ihrer Familie. Eine Erinnerungsorte-Tafel des Instituts für Stadtgeschichte (ISG) informiert dort über ihre Geschichte.

Da der ehemalige Lagerplatz heute nicht mehr als Erinnerungsort zugänglich ist, findet die Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Deportation bewusst im Zentrum Gelsenkirchens statt. Das Datum steht zugleich in Verbindung mit dem 90. Geburtstag von Rosa Böhmer und erinnert daran, dass hinter den historischen Ereignissen immer einzelne Menschen, Familien und persönliche Schicksale stehen.

Erinnerung bewahren. Verantwortung übernehmen. Menschenwürde schützen.

Sport trifft Geschichte: Gemeinsam gegen Rassismus – Ein Erfolgreiches Event auf der Bezirkssportanlage Köln Weidenpesch  5. Oktober 2024

Am 5. Oktober 2024 fand auf der Bezirkssportanlage Weidenpesch ein einzigartiges Sportereignis statt, das die Kraft des Fußballs mit der Bedeutung der gesellschaftlichen Teilhabe verknüpfte. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Rassismus“ traten zwei Teams bestehend aus Roma und Sinti gegeneinander an. Dieses besondere Event zog etwa 80 bis 90 Besucher an und war ein eindrucksvolles Zeichen für Integration und Vielfalt.

Die Bezirksbürgermeisterin Nippes, Diana Siebert, war vor Ort und unterstützte die Veranstaltung mit ihrer Präsenz.

Das Spiel selbst war von Teamgeist, Fairness und einem großartigen Zusammenhalt geprägt. Die Spielerinnen und Spieler zeigten nicht nur beeindruckende sportliche Leistungen, sondern hinterließen auch eine Botschaft der Solidarität und des Respekts. Das Publikum war begeistert und unterstützte die Teams lautstark, was zu einer tollen Atmosphäre beitrug.

Die Veranstaltung war nicht nur ein Fußballspiel, sondern auch eine Plattform, um das Bewusstsein für die Themen Rassismus und Diskriminierung zu schärfen. Es wurden Informationsstände und Workshops angeboten, die den Dialog zwischen den Kulturen fördern sollten.

Die Organisatoren bedanken sich bei allen Teilnehmenden und Unterstützern, die dieses Event möglich gemacht haben. Dank des Engagements vieler Helfer und der positiven Resonanz war der Tag ein voller Erfolg und ein wichtiger Schritt in Richtung einer offenen und toleranten Gesellschaft.

Wir freuen uns auf zukünftige Veranstaltungen, die die Kraft des Sports nutzen, um Brücken zu bauen und Menschen zusammenzubringen. Gemeinsam gegen Rassismus – das ist nicht nur ein Slogan, sondern eine imperative Botschaft, die wir alle verinnerlichen sollten.

Erinnern heißt Verantwortung übernehmen – Gedenkveranstaltung zur Deportation von Sinti und Roma in Köln

Am 24. Mai 2025 erinnerten wir in Köln an die Deportation von Sinti und Roma aus dem Sammellager Köln-Deutz im Mai 1940. Die Gedenkveranstaltung wurde gemeinsam von der Sinti Allianz Deutschland NRW e. V. und Maro Drom – Kölner Sinte und Freunde e. V. organisiert.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Erinnerung an die Ereignisse des 21. Mai 1940, als mehr als 1.000 Sinti und Roma aus Köln und dem Rheinland aus dem Messe-Lager Köln-Deutz in das damals besetzte Polen deportiert wurden. Viele der deportierten Menschen wurden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und ermordet. Ihre Namen, ihre Geschichten und ihre Schicksale bleiben Teil unserer gemeinsamen Erinnerung.

In bewegenden Redebeiträgen gaben unter anderem Jugendliche der Sinti Allianz Einblicke in die Geschichte ihrer Familien und machten deutlich, wie wichtig die Weitergabe von Erinnerungen über Generationen hinweg ist. Unterstützt wurde das Gedenken durch Beiträge von Alexander Diepold (Madhouse gemeinnützige GmbH München), Jan Neubauer (Dokumentationszentrum Köln), Peter Richter (Mitglied der Sinti Allianz), Rolly Brings (Sänger und Aktivist aus Köln) sowie Martin Sölle (Förderverein EL-DE-Haus). Für die musikalische Begleitung sorgte Markus Reinhard.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass Erinnerung nicht nur ein Blick zurück ist, sondern auch eine Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft bedeutet. Gemeinsam setzten die Teilnehmenden ein Zeichen gegen Antiziganismus, Rassismus und das Vergessen.

Erinnerung heißt Verantwortung.
Gegen das Vergessen.
Für eine gemeinsame Zukunft.

„Nicht ohne uns über uns“ – Stimmen der Jugend, Geschichten der Generationen

Im Oktober 2024 startete unser einjähriges Projekt „Nicht ohne uns über uns – Generationsübergreifende Narrative von Sinti und Roma“, das Jugendliche aus Köln und Hamm einlädt, sich mit der Geschichte ihrer Familien auseinanderzusetzen und ihre Stimmen sichtbar zu machen.

In einem geschützten Raum in der Gemeinde Kangeri in Köln erleben die Teilnehmenden Offenheit, Vertrauen und Anerkennung. Viele von ihnen sprechen hier zum ersten Mal offen über ihre Identität als Sinti oder Roma, über Rassismus-Erfahrungen und ihre Fragen zur eigenen Herkunft. Unterstützt werden sie dabei von den Projektleiter*innen Romina Kirsch und Jonny Weiss.

Zwölf Jugendliche im Alter von 12 bis 24 Jahren gestalten das Projekt aktiv mit. Sie führen biografische Interviews mit Angehörigen der Nachfolgegenerationen des nationalsozialistischen Völkermords, sammeln Geschichten über Verfolgung, Widerstand und das Weiterleben danach – und wachsen dabei über sich hinaus. Die Arbeit mit diesen sensiblen Themen ist herausfordernd, aber sie stärkt Selbstbewusstsein, Perspektivwechsel und Stolz auf die eigene Kultur.

Begleitet wird das Projekt fotografisch von André Bornhöfft, der mit viel Feingefühl die Entwicklung der Jugendlichen dokumentiert. Fachlich und konzeptionell begleitet Prof. Dr. Elizabeta Jonuz das Projekt. Als Sozialwissenschaftlerin mit eigener Familiengeschichte bringt sie fundiertes Wissen und persönliche Perspektiven ein.

Die Ergebnisse der Interviews und die daraus entstandenen künstlerischen und dokumentarischen Arbeiten werden in einer Wanderausstellung präsentiert, die im Oktober 2025 in Bergheim feierlich eröffnet wird. Ziel ist es, nicht nur die Geschichten von Sinti und Roma sichtbar zu machen, sondern auch zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Rassismus, Erinnerung und gesellschaftlicher Verantwortung anzuregen.

Die Ergebnisse der Interviews und die daraus entstandenen künstlerischen und dokumentarischen Arbeiten werden in einer Wanderausstellung präsentiert, die im Oktober 2025 in Bergheim feierlich eröffnet wird. Ziel ist es, nicht nur die Geschichten von Sinti und Roma sichtbar zu machen, sondern auch zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Rassismus, Erinnerung und gesellschaftlicher Verantwortung anzuregen.

Gefördert wird das Projekt durch das Programm „JUGEND erinnert vor Ort & engagiert“, das durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanziert wird.
Das Programm ist Teil des Clusters „Bilden für lebendiges Erinnern“ und zielt darauf ab, junge Menschen aktiv in erinnerungskulturelle Projekte einzubeziehen. Es unterstützt Vorhaben, die sich mit dem Nationalsozialismus, seinen Verbrechen sowie deren Vor- und Nachgeschichte auseinandersetzen.

Erinnern heißt verändern – und die Erzählung in die eigenen Hände nehmen.

„Nicht ohne über uns”

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie herzlich zur Abschlussveranstaltung unseres Projekts „JUGEND erinnert vor Ort & engagiert“ ein.

Aufgrund unvorhergesehener baulicher Einschränkungen steht der ursprünglich geplante Veranstaltungsort in Bergheim leider nicht mehr zur Verfügung. Wir freuen uns jedoch, Ihnen mitteilen zu können, dass die Veranstaltung an einem neuen Ort in Köln-Mülheim stattfinden wird.

Neuer Veranstaltungsort und Termin

Kulturbunker Köln-Mülheim
Berliner Straße 20
51063 Köln

Samstag, 11. Oktober 2025
🕐 Einlass: ab 13:00 Uhr
🕑 Beginn der Veranstaltung: 14:00 Uhr
→ Feierliche Eröffnung der Wanderausstellung

Sonntag, 12. Oktober 2025
🕙 Öffnungszeiten der Ausstellung: 10:00 – 18:00 Uhr

Wir freuen uns sehr, Sie an diesem neuen Veranstaltungsort begrüßen zu dürfen und gemeinsam mit Ihnen die Eröffnung der Wanderausstellung

„Nicht ohne uns über uns. Generationsübergreifende Erzählungen von Sintize und Romnja als Selbstermächtigungsstrategie und Rassismuskritik“

zu feiern.

Über die Ausstellung

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein communitybasiertes und partizipatives Projekt, in dem Jugendliche im Alter von 12 bis 24 Jahren Nachfolgegenerationen von Sinti und Roma zu ihren persönlichen Lebensgeschichten, Erfahrungen mit Verfolgung, Formen des Widerstands sowie zu historischen und gegenwärtigen Herausforderungen befragt haben.

Die Interviews wurden unter Berücksichtigung forschungsethischer Standards und aus einer rassismuskritischen Perspektive geführt. Ziel des Projekts ist es, die Stimmen der Community sichtbar zu machen, Erfahrungen weiterzugeben und gesellschaftliche Kontinuitäten von Diskriminierung und Ausgrenzung aufzuzeigen.

Die Ausstellung präsentiert die Ergebnisse dieser wertvollen Arbeit, würdigt die Erzählungen der Beteiligten und schafft einen Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsamen Dialog.

Wir bitten um Ihr Verständnis für die notwendige Verlegung des Veranstaltungsortes und freuen uns darauf, Sie in Köln-Mülheim willkommen zu heißen. Gemeinsam möchten wir die Bedeutung von Erinnerungskultur, Teilhabe und gesellschaftlichem Engagement würdigen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Ausstellungseröffnung „Nicht ohne uns über uns“

Am Samstag, den 11. Oktober 2025, wurde in Kulturbunker Köln-Mülheim die außergewöhnliche Ausstellung Nicht ohne uns über uns“ feierlich eröffnet. Schon beim Betreten des Raumes war zu spüren, wie viel Herzblut, Energie und Mut in diesem Projekt steckt. Zahlreiche Besucher*innen kamen, um diesen besonderen Moment mitzuerleben – und viele zeigten sich tief bewegt und dankbar, Teil dieser berührenden Veranstaltung sein zu dürfen.

Diese Ausstellung ist etwas ganz Besonderes: Sie wurde vollständig von Jugendlichen im Alter von 12 bis 24 Jahren gestaltet, die aus der Region Köln und Hamm stammen und der Sinti*- und Rom*nja-Community angehören. Mit beeindruckender Ernsthaftigkeit, Kreativität und Leidenschaft haben sie ein Projekt auf die Beine gestellt, das weit über eine einfache Ausstellung hinausgeht. Es ist ein Zeichen der Selbstermächtigung, der Erinnerung und des Widerstands gegen Rassismus.

Unter der pädagogischen Leitung von Romina Kirsch und Jonny Wernicke (Sinti Allianz Deutschland e. V.) und mit der wissenschaftlichen Begleitung von Frau Dr. Elizabeta Jonuz, die die Jugendlichen mit viel Einfühlungsvermögen durch das Projekt führte, entstand ein Raum, in dem Geschichte, Identität und Zukunft miteinander verbunden werden. Die Jugendlichen lernten nicht nur, wie man ein Projekt professionell plant und umsetzt, sondern auch, wie wichtig ihre eigenen Stimmen und Perspektiven sind.

Ein Höhepunkt der Ausstellung waren die sechs Interviews, die die Jugendlichen selbst führten und dokumentierten. Jede dieser Erzählungen ist einzigartig und berührt auf ihre ganz eigene Weise – sie erzählen von Lebenswegen, von Leid, von Stärke, aber auch von Hoffnung und Zusammenhalt. Diese Geschichten sind nicht nur Erinnerungen, sondern Mahnungen – und gleichzeitig ein Zeichen des Stolzes und der Lebenskraft einer Community, die sich immer wieder behauptet hat.

Die Ausstellung Nicht ohne uns über uns“ zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, dass junge Sintize und Romnja selbst ihre Geschichte erzählen, ihre Sichtweisen teilen und sich für ihre Rechte und ihre Zukunft einsetzen. Sie beweist, dass Empowerment dann am stärksten ist, wenn es aus der eigenen Gemeinschaft heraus geschieht.

Gefördert wurde das Projekt durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) sowie den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).
Das Projekt ist Teil des Programms „JUGEND erinnert vor Ort & engagiert“ und steht für eine neue Generation, die mit Mut, Wissen und Kreativität den Weg in eine gerechtere und respektvollere Gesellschaft gestaltet.

Die Ausstellungseröffnung war nicht nur ein kulturelles Ereignis – sie war ein bewegender Moment des Stolzes, der Anerkennung und des Zusammenhalts.
Ein deutliches Zeichen: Nicht ohne uns über uns“ – unsere Stimmen zählen, unsere Geschichten bleiben.

Fußball verbindet – Gemeinsam gegen Rassismus und Ausgrenzung

Am 13. September 2025 fand in Köln-Mülheim das diesjährige „Fußballspiel gegen Rassismus“ statt. Veranstaltet wurde das Event von der Sinti Allianz NRW e. V. in Kooperation mit dem SC Köln-Mülheim Nord, auf dessen Sportanlage die Veranstaltung ausgetragen wurde. Ziel des Aktionstages war es, gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung zu setzen – auf dem Fußballplatz und darüber hinaus.

Bereits am Vormittag füllte sich die Sportanlage mit zahlreichen Teilnehmenden, Gästen und Unterstützerinnen und Unterstützern. Insgesamt nahmen rund 100 Personen an der Veranstaltung teil. Neben dem sportlichen Programm bot der Tag auch ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Begegnungen, Gesprächen und Aktionen rund um die Themen Vielfalt, Gleichberechtigung und Respekt.

Ein besonderer Höhepunkt war der Workshop „Rassismus im Alltag“, der von der Sinti Allianz NRW e. V. (Martti Zeyer) organisiert wurde. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, sich über eigene Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam über alltägliche Formen von Rassismus zu sprechen und Strategien zu entwickeln, wie Diskriminierung erkannt und ihr aktiv begegnet werden kann. Der Workshop stieß auf großes Interesse und führte zu zahlreichen wertvollen Gesprächen.

Auch abseits des Spielfeldes herrschte eine offene, respektvolle und gemeinschaftliche Atmosphäre. Bei gutem Wetter konnten sich Besucherinnen und Besucher bei Speisen und Getränken austauschen. Informationsstände verschiedener Initiativen boten Einblicke in ihre Arbeit für Menschenrechte, Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Besonders Familien und Kinder nutzten die Gelegenheit, gemeinsam Zeit zu verbringen und neue Kontakte zu knüpfen.

Das „Fußballspiel gegen Rassismus 2025“ in Köln-Mülheim war damit ein voller Erfolg – sowohl sportlich als auch gesellschaftlich. Die Sinti Allianz NRW e. V. setzte gemeinsam mit ihren Partnern ein starkes Zeichen für Toleranz, Vielfalt, Solidarität und gegenseitigen Respekt. Alle Beteiligten blicken auf einen gelungenen Tag zurück, der gezeigt hat: Sport verbindet Menschen und schafft Raum für Begegnung und Zusammenhalt.